Achtsamkeit, MBSR Starnberg, Münchner Süden

 

 

Achtsamkeit heißt zu wissen,

was du erlebst, während du es erlebst. (Guy Armstrong) 



Achtsamkeit

Kennst du auch solche Tage?

Du stehst morgens unter der Dusche und deine Gedanken sind bereits beim ersten, zweiten, ... Termin des Tages. Du fährst zur Arbeit und weißt nicht, wie wir dort hingekommen bist. In der Mittagspause bist du mit dem Smartphone beschäftigt und nimmst kaum wahr, was du ißt. Nachmittags im Meeting träumst du vom Feierabend. Und wenn du abends im Bett liegst und nicht einschlafen kannst, bist du in Gedanken bereits beim nächsten Tag oder grübelst über Vergangenes. 

 

Und wieder ist ein Tag an dir vorbeigelaufen. Du hast einen Großteil davon verpasst und es nicht einmal bemerkt. Eventuell spürst du ab und an dieses diffuse Gefühl, dass dir das Leben zunehmend entgleitet.

 

Kein Wunder, dass wir erschöpft und gestresst sind. Wir haben den Kontakt zu unserem Erleben und unseren Empfindungen verloren und haben die meiste Zeit überhaupt keine Ahnung, wie es uns gerade geht. Wir sind viel zu oft im Autopilot unterwegs. Die Gedanken rasen von einem Thema zum nächsten - nur selten sie sind da, wo wir gerade sind, mit dem, was wir gerade tun und empfinden.



Der Autopilot

ist das Gegenteil von Achtsamkeit. Sobald wir Dinge automatisch tun, sind wir nicht mehr in Kontakt mit dem gegenwärtigen Augenblick und dem bewussten Erleben. 

 

An sich ist der Autopilot eine gute Sache. Wenn wir Tätigkeiten / Abläufe immer öfter ausführen, immer mehr Sicherheit in ihnen gewinnen, nicht mehr darüber nachdenken müssen, was als Nächstes zu tun ist, können wir diese Fertigkeit  in immer komplexeren Zusammenhängen nutzen. Ein wunderbares  Beispiel ist das Autofahren. Anfangs brauchen wir all unsere Aufmerksamkeit, um lenken, bremsen, beschleunigen, kuppeln, schalten, in den Spiegel blicken, blinken usw. bei langsamer Geschwindigkeit auf einem freien Platz zu koordinieren. Mit zunehmender Praxis sind wir problemlos in der Lage bei hohen Geschwindigkeiten auf mehrspurigen Straßen im dichten Verkehr zu fahren.

 

Der Autopilot kann also Freiräume schaffen, der Arbeitsentlastung dienen und uns effizienter machen. Und er kann uns durch kritische, stressige Phasen bringen, indem wir einfach funktionieren.

 

Problematisch wird es, wenn wir diesen Modus nicht mehr verlassen (können), keine Erholungspausen einplanen, oder diesen Freiraum ''nutzen'', um überwiegend in Gedanken und Vorstellungen zu leben, uns Sorgen zu machen oder aus der Realität des Lebens in Träumereien zu entfliehen. 



Das Leben findet JETZT statt!

Wann warst du zuletzt ganz bewusst im Hier und Jetzt - hast das Leben mit all deinen Sinnen bewusst erfahren?

 

Wir alle kennen den Zustand, wenn wir in etwas aufgehen, in einen Flow geraten. Das kann beim Joggen sein, wenn du Musik machst, in der Liebe, wenn du einen Sonnenuntergang betrachtest, in der Natur wanderst oder in ein inniges Gespräch vertieft bist, um ein paar Beispiele zu nennen. Was macht diese Aktivitäten so besonders? So kostbar? Abgesehen davon, dass diese Dinge Freude machen, genießen wir sie vor allen Dingen deswegen, weil unser Geist dabei zur Ruhe kommt und nur bei dem ist, was gerade stattfindet. 

 

Achtsamkeit heißt einfach, sich dessen bewusst zu sein, was jetzt gerade ist, ohne zu wünschen, es wäre anders.

Das Angenehme genießen, während es da ist, und nicht festzuhalten, wenn es sich verändert - was es wird.

Mit dem Unangenehmen zu sein, ohne zu fürchten, es würde immer so bleiben - was es nicht wird.

(James Baraz)


Achtsamkeit - das nicht urteilende Erleben im Hier und Jetzt - kann unser Leben verändern. 

Zum Glück müssen wir Achtsamkeit nicht lernen. Sie steckt in uns. Wir brauchen uns "nur" immer wieder daran erinnern und langfristig eine gute, alltägliche Gewohnheit daraus machen, indem wir:

  • im Alltag immer wieder innehalten.
  • bewusst Achtsamkeitsinseln in den Tag einbauen.
  • Reizüberflutung abschalten - entschleunigen.
  • regelmässige Mußezeiten einrichten.
  • bei dem sind, was wir gerade tun. Geh, wenn du gehst. Lausche, wenn du zuhörst. Spüre das Wasser, wenn du duscht. Liebe, wenn du liebst.
  • den Geist trainieren, damit er ein wacher Beobachter unserer Gedanken, Gefühle und Automatismen wird.
  • gemeinsam mit anderen Achtsamkeit üben.