Lebe ich auf eine Weise, die mich tief befriedigt und

die mich wirklich ausdrückt? (Carl R. Rogers)

 

 

Achtsamkeitsbasierte Prozessbegleitung

Um Probleme und belastende Themen nachhaltig zu lösen, müssen wir die Ebene des Denkens und Verstehens verlassen und einen tiefergehenden, erfahrungsbasierten Selbsterkenntnisprozess anstossen.

In der Begleitung solcher Prozesse nutze ich die klientenzentrierte Gesprächsführung und Focusing.

 

Klientenzentrierte Gesprächsführung

Das klientenzentrierte Gespräch konzentriert sich auf das Entwicklungspotenzial des Menschen im Hier und Jetzt. Carl R. Rogers ging davon aus, dass Menschen die Fähigkeit zur Selbstaktualisierung in sich tragen und somit ihre Probleme selbstständig lösen können. 

Kernstück der Begleitung ist das Gespräch zwischen Klient:in und Berater:in. Du schilderst deine Probleme und Sichtweisen. Ich fasse immer wieder zusammen, spiegle dir so deine Welt. Ich öffne durch langes, tiefes Zuhören Räume. Ich ermögliche dir Perspektivwechsel durch unerwartete, mitunter auch provokante Fragen. Dabei gebe ich keine Ratschläge oder sage dir, wie du dich verhalten sollst, sondern unterstütze dich darin, deine innere Welt besser zu verstehen, sie mit neuen Augen zu sehen und eigene, für dich stimmige Antworten und Lösungen in in dir zu finden.

Rogers war überzeugt, dass bei der Begleitung schwieriger Lebensphasen weniger eine bestimmte Technik, sondern vor allem die Beziehung zwischen Klient:in und Berater:in die entscheidende Rolle spielt. So ist die bedingungslos wertschätzende, mitfühlende und kongruente Haltung der Berater:in die Basis des klientenzentrierten Gesprächs.

 

Focusing

Was ist Focusing? „Meine einfachste und kürzeste Antwort lautet: Focusing nenne ich die Zeit, in der man mit etwas ist, das man körperlich spürt, ohne schon zu wissen, was es ist“. (Eugene Gendlin, der Gründer von Focusing)

Unser Körper weiß immer mehr als der Verstand. Wir können kognitiv nur zwei oder drei Aspekte der Wirklichkeit zeitgleich verarbeiten. Und doch werden immer tausende innere und äußere Aspekte einer Situation erlebt, die wir nicht in Worte fassen, bedenken und somit auch nicht wissen können. In diesem uns weitgehend unbekannten körperlichen Erleben schwingt jedoch die gesamte Situation. Gendlin nennt dieses Erleben „Felt Sense“ und meint das ganzheitliche und vage Empfinden hinter oder unter der Wahrnehmung. Aus diesem Felt Sense heraus können wir mit allen Möglichkeiten des Erlebens arbeiten. Dieser erstaunliche, fühlende Prozess entwickelt sich aus sich selbst weiter und macht Lösungsangebote aus einer tieferen, inneren Weisheit.

Die offene, nicht-wissende, wertfreie Haltung der Achtsamkeit erschließt einen inneren Erlebensraum mit seinen vielfältigen impliziten (noch nicht entfalteten) Facetten von Wirklichkeit. Focusing öffnet den Weg, um einen tiefen, körperlichen Zugang zu sich selbst zu finden. 

 

Was ist der Unterschied zu einem Gespräch mit guten Freunden oder in der Familie?

Viele uns belastende Themen sind zu intim und/oder so scham- oder schuldbelastet, dass wir sie im privaten Rahmen nicht ansprechen wollen und können. Freunde können damit nicht nur überfordert sein, sie sind es meist auch. Sie geben Ratschläge, sagen dir, was du ihrer Meinung nach tun sollst. Sie wollen dir helfen, die Probleme schnell zu beseitigen und zu lösen. Sie vermischen deine Probleme mit ihren eigenen. Das ist zutiefst menschlich und ganz normal, nur verhindert es, dass sich deine eigenen, für dich stimmigen Antworten auf deine Themen entfalten können. 

Im einem Gespräch mit Menschen, die dein Leben teilen, geht es nie nur um dich. Es geht immer um dich innerhalb des Beziehungssystems. Bei einer professionellen Begleitung ist das anders. Als Begleiter:in stehe ich außerhalb deiner Beziehungssysteme, bin nicht involviert und kann mich völlig wertfrei und ohne eigene Interessen in deinen Dienst stellen.

 

Wie läuft so eine Begleitung ab?

Im Vorgespräch und den ersten ein bis zwei Sitzungen stellst du mir dein Thema oder Problem vor. Wir lernen uns kennen. Ich werde Fragen stellen, um mir ein Bild von dir und deiner Situation zu machen. In den weiteren Sitzungen wird sich dein Thema dann aus sich heraus entfalten. Dabei ist die Zeit zwischen unseren Terminen die wichtigste Zeit. In dieser Zeit kann das, was im Gespräch hochkam und angestoßen wurde, in dir nacharbeiten. So entsteht ein innerer Entwicklungsprozess, der bei jedem weiteren Termin bewusst reflektiert wird und so neue Impulse bekommt. 

 

Wie lange dauert sie?

So lange sie für dich hilfreich ist. Manche Themen sind recht schnell geklärt. Andere brauchen mehr Zeit. Ziel ist es, in deine Kraft zu kommen und deine Selbstwirksamkeit zu entfalten. Meine Aufgabe ist es, dich darin zu unterstützen und mich so selbst entbehrlich zu machen. 

Neben wenigen Terminen bei leicht lösbaren Problemen, kann auch eine längere engmaschige Betreuung bei sich langsamer entwickelnden Prozessen nötig sein.

Möglich sind natürlich auch regelmäßige Termine in größeren Abständen, um in der Balance zu bleiben.

 

Welche Themen eignen sich?

Du kannst mit allen Themen kommen, die dich belasten und bei denen du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten oder immer tiefer in den Stress und das Leiden hineinzurutschen. Möglicherweise kommst du mit dir selbst nicht gut klar, hast Selbstzweifel oder das Gefühl, dass etwas mit dir stimmt. Oft geht es auch um Partnerschaft oder die Beziehung zu den Eltern. Berufliche Themen und Krankheit können ebenfalls sehr belastend sein.

 

Kosten

Vorgespräch (ca. 20 Minuten): kostenlos

60 Minuten: 70 Euro

Unsere Sitzungen finden online via zoom statt.

 

E-Mail: info@stefaniesigl.de

Telefon: 0170 20 77 497