Lebe ich auf eine Weise, die mich tief befriedigt und

die mich wirklich ausdrückt? (Carl R. Rogers)

 

Das klientenzentrierte Gespräch nach Rogers

Das klientenzentrierte Gespräch konzentriert sich auf das Entwicklungspotenzial des Menschen im Hier und Jetzt. Carl R. Rogers ging davon aus, dass Menschen die Fähigkeit zur Selbstaktualisierung in sich tragen und somit ihre Probleme selbstständig lösen können. 

Kernstück der Begleitung ist das Gespräch zwischen Klient:in und Berater:in. Du schilderst deine Probleme und Sichtweisen. Ich fasse immer wieder zusammen, spiegle dir so deine Welt. Ich öffne durch langes, tiefes Zuhören Räume. Ich ermögliche dir Perspektivwechsel durch unerwartete, mitunter auch provokante Fragen. Dabei gebe ich keine Ratschläge oder sage dir, wie du dich verhalten sollst, sondern unterstütze dich darin, deine innere Welt besser zu verstehen, sie mit neuen Augen zu sehen und eigene, für dich stimmige Antworten und Lösungen in dir zu finden.

Rogers war überzeugt, dass bei der Begleitung schwieriger Lebensphasen weniger eine bestimmte Technik, sondern vor allem die Beziehung zwischen Klient:in und Berater:in die entscheidende Rolle spielt. So ist die bedingungslos wertschätzende, mitfühlende und kongruente Haltung der Berater:in die Basis des klientenzentrierten Gesprächs.

 

Was ist der Unterschied zu einem Gespräch mit guten Freunden oder in der Familie?

Viele uns belastende Themen sind zu intim und/oder so scham- oder schuldbelastet, dass wir sie im privaten Rahmen nicht ansprechen wollen und können. Freunde können damit nicht nur überfordert sein, sie sind es meist auch. Sie geben Ratschläge, sagen dir, was du ihrer Meinung nach tun sollst. Sie wollen dir helfen, die Probleme schnell zu beseitigen und zu lösen. Sie vermischen deine Probleme mit ihren eigenen. Das ist zutiefst menschlich und ganz normal, nur verhindert es, dass sich deine eigenen, für dich stimmigen Antworten auf deine Themen entfalten können. 

Im einem Gespräch mit Menschen, die dein Leben teilen, geht es nie nur um dich. Es geht immer um dich innerhalb des Beziehungssystems. Bei einer professionellen Begleitung ist das anders. Als Begleiterin stehe ich außerhalb deiner Beziehungssysteme, bin nicht involviert und kann mich völlig wertfrei und ohne eigene Interessen in deinen Dienst stellen.